Diskographie

"Variationen"
Chopin / Mompou  /
Clara Schumann / Robert Schumann op.1, op.13 mit Anhang

Birgitta Wollenweber, Klavier
artelier music 1994 / Eigenvertrieb

Carl Loewe (1796-1869)
4 Phantasien op. 137 / Mazeppa op. 27 /
Biblische Bilder op. 96 / Abendfantasie op. 11

Birgitta Wollenweber, Klavier
Ambitus 97956

La Flute brillante
Französische Musik für Flöte und Klavier

Chaminade / Saint-Saens / Fauré  /
Hüe / Mouquet / Borne

Michael Faust, Flöte & Birgitta Wollenweber, Klavier
WDR/TMK 010069

Michael Denhoff - Portrait darin :
El sueño de la razon produce monstruos op. 32 -
Goya-Impressionen für Violoncello und Klavier

Michael Denhoff, Cello & Birgitta Wollenweber, Klavier
Cybele 660.301

"Frei aber einsam" - Hommage à Joachim
Dietrich / Schumann / Brahms Sonate F.A.E.
Joseph Joachim 3 Stücke op. 2, Romance, 3 Stücke op. 5

Florin Paul, Violine & Birgitta Wollenweber, Klavier
Tacet 56

"Bonner" Komponisten
Beethoven / Schumann / Denhoff
Karin Wolf, Viola & Birgitta Wollenweber, Klavier
Thorofon CTH 2373

Michael Denhoff (*1955)
Hebdomadaire op. 62
52 Stücke vom Jahr für einen Pianisten

Birgitta Wollenweber, Klavier
SFB/col legno 2CD 20011

Julius Weismann (1879-1950) - Klaviermusik
Tanz-Fantasie op.35 / 4 Klavierstücke op.78 /
Traumspiele op.76 / Suite op.95
aus Fugenbaum op.150 / aus Etüden op.109

Birgitta Wollenweber, Klavier
MDG 605 0877-2

Ohne Abbildung

Julius Weismann - Lieder
Yvi Jänicke, Mezzosopran & Birgitta Wollenweber, Klavier
MDG 2002

Georg von Albrecht (1891-1976)
Sonate gis-moll op. 34 / Sonate c-moll op. 53 /
Sonate der Spiegelungen (ü. ein 12-Ton-Thema) op. 72

Birgitta Wollenweber, Klavier
I.M.E./Real Sound 051-0030

Ohne Abbildung

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Klavierkonzert B-Dur KV 450
Folkwang-Kammerorchester Essen, Dir. Peter Ewaldt

Birgitta Wollenweber, Klavier
Livemitschnitt aus der Villa Hügel, Essen

Salomon Jadassohn (1831-1902) Kammermusik
Klaviertrio / Klavierquartett / Klavierquintett
Mathias Wollong, Violine, Jörg Fassmann, Violine,
Hartmut Rohde, Viola, Michael Sanderling, Violoncello
Birgitta Wollenweber, Klavier

Real Sound 2002

Michael Denhoff "The cello in my life"
Duos für Violoncello / Campanula und Klavier
Michael Denhoff, Violoncello
Birgitta Wollenweber, Klavier

Cybele 2004 (Bestellnr. SACD 361.401)

Michael Denhoff "Hauptweg und Nebenwege"
Klavierquintett
Vogler-Quartett und Birgitta Wollenweber, Klavier
Col legno 2005 (Bestellnr. WWE 2 CD 20029)





ohne Abbildung


Wilhelm Furtwängler (1886-1954)
Violinsonaten
Matthias Wollong, Violine
Birgitta Wollenweber, Klavier
cpo 2007
  Rezensionen siehe Solisten-Ensemble Berlin




 

Florent Schmitt (1870 – 1958)
A tour d’anches für Oboe, Klarinette, Fagott, Klavier
Bäcker, Obermayer, Forst, Wollenweber
Klavierquinett op.51 für 2 Violinen, Viola, Violoncello, Klavier
Wollong, Schwieger, Knörzer, Grünkorn, Wollenweber
Naxos 2010

 

 

In Vorbereitung


Felix Draeseke (1835 – 1913)
Kammermusik
Streichquintett, Klavierquintett, Scene für Violine u. Klavier
Breuninger-Quartett, Wollong, Schwartz, Grünkorn, Pohle, Wollenweber
CPO 2011


Rezensionen

 

"Variationen" (artelier music 1994 / Eigenvertrieb)
von Chopin, Mompou, Clara Schumann, Robert Schumann op.1, op.13

Süddeutsche Zeitung / W.-E. von Lewinski

B.W. ist eine besonders interessante Pianistin- im besten Sinne des Begriffes. Das Programm ihrer CD zeugt ebenso wie ihr kluges, ausbalanciertes, zuverlässig bis in Dynamik-Differenzierungen hinein geformtes Spiel von einer spezifischen musikalischen Intelligenz, die sich indes entschieden einem vitalen Ausdruckswillen unterordnet, mit dem Birgitta Wollenweber fasziniert....stets ist man unmittelbar gepackt von der Vehemenz eines starken, doch gezügelten Temperamentes. Poetisches Empfinden, tieflotender Anschlag und eine suggestive Ausstrahlung zeichnen diese zu großen Hoffnungen berechtigende Pianistin aus.
 

Köln-Bonner Musikkalender, 1/1995

Eine hochinteressante Edition lauter Variationswerken, die auch ausgesprochene Raritäten enthält.... Ihre Darstellung der "Sinfonischen Etüden" braucht keine
Konkurrenz zu fürchten, und die ist hier wahrlich nicht klein.

Kölner Stadt-Anzeiger 25.3.1995

 ..gerät der Klaviervirtuosin zum artistischen Meisterwerk. Schumann op.13, dominanter Eindruck : prickelnd wie Champagner, quicklebendiges Spiel, von immenser Dynamik.

Rheinischer Merkur, 9.12. 1994

...Das Programm ist gescheit ausgesucht und wird intensiv interpretiert: romantische Klavierliteratur, wie sie junge Solisten wie Birgitta Wollenweber wieder tieflotend vorzustellen wissen. Auf diese Pianistin gilt es zu achten - wegen ihrer Poesie und Ausstrahlung.


"Carl Loewe Klavierwerke" Erstaufnahme !
Ambitus 1997 LC: AMB 97 956

Köln-Bonner Musikkalender

 ...Das ist gedankenklare, empfindungsreiche deutsche Romantik von zeitlos schlich-
tem Selbstverständnis. B.W. ist nicht nur eine ausgezeichnete Pianistin, sondern eine feine, bewusst gestaltende Musikerin. ... (Fono Forum)
...Carl Loewe, dessen 200. Geburtstag im letzten Jahr kaum für Aufregung in der Musikwelt sorgte, gehört noch immer zu den in ihrem Gesamtschaffen Unentdeckten, hat doch die unglaubliche Popularität einiger seiner Balladen den Blick auf diesen Schubert-Altersgenossen eher verstellt, der in fast allen Bereichen interessante Werke hinterlassen hat. Ganz vergessen waren etwa seine Klavierwerke, von denen Birgitta Wollenweber jetzt einige mit viel Klanggespür und stilistischem Einfühlungsvermögen auf einer CD vorstellt. ...

Musik & Ästhetik 10/98

 ...Birgitta Wollenweber, die den Klaviersatz mit großer Präzision, vor allem auch in der Zeichnung von melodiebetonten Passagen, gestaltet, hat das Verdienst, mit der Tondichtung Mazeppa op. 27 (1830) eines der wahrscheinlich auch aus Sicht der Entwicklung programmatischer Musik wichtigsten Klavierwerke Loewes eingespielt
zu haben. ...Der Repertoirewert der Einspielungen ist enorm. Sie sind wichtiger Ertrag des Loewe-Gedenkjahres. ...

 

Fono Forum 12 / 1997

 ...Birgitta Wollenweber ist nicht nur eine ausgezeichnete Pianistin, sondern eine feine, bewußt gestaltende Musikerin mit Poesie und gezügeltem Feuer. Guter Begleittext, exzellenter Klang.

 

Piano Mag, III / 1997

...In der Interpretation von B.W. wird in der Geschlossenheit und melodischen Verträumtheit der Stücke die geistige Verwandtschaft mit Robert Schumann deutlich....
In verhaltenen und veträumten Läufen durchlebt die ausgezeichnete Pianistin Motive
wie "Abschied vom Vaterlande" oder "die Meerfahrt des Auswanderers". Die Musik
wird von B.W. empfunden kommentiert, auffallend dabei ist die angenehme Armut an Effekten, die einer reifen Gestaltung der Stücke genügend Platz gibt. ... Die ausladen-
deren Werke im 2. und 3. Abschnitt der CD geben B.W. Gelegenheit, ihr hohes technisches Niveau zu zeigen. Allerdings geschieht dies wiederum in jener stillen Entsprechung des Werkes. Komposition und Interpret bilden auf dieser CD eine gelungene Einheit. Bravo !


"La flute brillante"
Französische Flötenmusik nach 1750 für Flöte und Klavier
Michael Faust, Flöte
WDR / TMK 1997 010069

Das Orchester 6/98

 ...Auf der vorliegenden CD wird uns nun eine Zusammenstellung wenig bekannter Werke aus der Zeit von 1870-1920 überreicht. ...Michael Faust ist - vom anfänglichen Mysterium bis zum finalen Champagner - äußerst überzeugend und variantenreich in seiner musikalischen Farbgebung. Die Klarheit seiner Intonation, die Strahlkraft sein-
es Instruments lassen nicht die geringste Verfehlung zu.
...u. B.W. begleitet vorzüglich. Die Pianistin erinnert höchst passenderweise daran,
dass das Klavier Faurés bevorzugtes Ausdrucksmittel war, u. sie versteht es, mit
großer Persönlichkeit u. Biegsamkeit den Charme seiner Harmoniesprache zu vermitteln....Diese Platte sei jedem empfohlen, der sich für franz. Musik interessiert.
Kein Liebhaber der Flöte wird enttäuscht werden, denn die Interpretation ist von
höchster Qualität.

Kölner Stadtanzeiger 20.9.97

...Meisterlich geht das Duo zu Werke. Faust bläst sehr gefühlvoll und intonationsrein
und berücksichtigt bei aller Auskostung der einzelnen melodischen Linie stets den gesamten Spannungsbogen. Wollenweber grundiert verlässlich und setzt darüber hinaus eigene Akzente pianistischer Noblesse. ...

Köln-Bonner Musikkalender 12/98

 ...Höhepunkt des Programms ist freilich die halsbrecherisch virtuose "Carmen-
Fantasie" von Francois Borne, die den berühmten Geigenstücken eines Sarasate in nichts nachsteht: Da kommt eine kapriziöse Zigeunerin daher, der keiner was vor-
macht und die ihre Zuhörer in begeisterten Bann schlägt. Das tut sie natürlich dank
der virtuosen Kunst des Flötisten und der stets wachsamen, die Entwicklung mit-
tragenden Pianistin. Diese Platte ist für Flötenfreunde ein Muss, aber auch für alle,
die sich gern mal von der musikalischen Hauptstrasse entfernen.


"Hommage à Joachim" in der Reihe "Frei, aber einsam"
Werke von Joseph Joachim
Florin Paul, Violine
Tacet 56 1998

Köln-Bonner Musikkalender 12/98

 ...In der Wiedergabe durch den jungen, aus Rumänien stammenden Geiger Florin
Paul, der mit sehr ausdrucksvollem, flexiblem Ton musiziert und auch die Hürden
des rauschhaften Schumann-Finales sicher meistert, wird die romantische Grund-
stimmung dieser Musik lebendig, die auch im von Birgitta Wollenweber einfühlsam gestalteten Klavierpart aufscheint. Insgesamt ist diese Produktion, die auch klang-
technisch hohe Ansprüche erfüllt, eine echte "Raritäten"-Fundgrube für den Lieb-
haber feinsinniger Kammermusik.
 

.NZ 9-10/98

 ...Auf dieser CD sind fast ausschließlich Raritäten versammelt, wie sich überhaupt
die ganze Serie der Reihe "Frei aber einsam" weniger bekannten u. selten eingespiel-
ten Werken der Umkreises von Robert Schumann und Johannes Brahms widmet. ... Das geigerisch teilweise höchst anspruchsvolle Werk wird von den Interpreten ... mühelos gemeistert, u. die einzelnen Sätze werden in ihrer formalen wie personalstilistischen Individualität besonders herausgearbeitet....Joachim verfolgte
das Komponieren... mit größter Selbstkritik, so daß nur wenige Werke gedruckt wurden. Dies erstaunt um so mehr, als daß alle hier vorgelegten Stücke höchst originelle und im Falle des op.5 mitreißende Werke darstellen. Diese Qualität kommt in der differen-
zierten, einfühlsamen Interpretation durch B.W. und F.P. überzeugend zur Geltung.

Stereoplay 9/98

 ...Hier finden wir das genaue Gegenteil zu dem derzeit üblichen Weichspüler-Spiel. Keine überzeichnete Geige im Spotlight mit einem Klavierbutler im Hintergrund - sondern intensives Musizieren, Ausleuchten, Zeit nehmen, damit sich Stimmungen entwickeln können, Duo-Qualitäten. ...Ich wurde beim Hören in einem Maße von der Sonate in Beschlag genommen, dass mir die Interpreten völlig aus dem Sinn kamen. Joseph Joachims jeweils 3 Stücke op.2 und 3 sowie die Romanze in C-Dur leben
von der Kunst des Erzählens, Fabulierens u. der Atmosphäre. Da bleiben bei Paul-Wollenweber keine Wünsche offen. Höchste Bewertung f. Interpretation, Klang
und Repertoire

Klassik heute 9/98

 ...Der Geiger besticht durch einen sehr männlichen, herb-sinnlichen Ton u. wird von seiner Duo-Partnerin adäquat begleitet. Dass bei TACET die Klangtechnik keine Wünsche offen lässt u. die Farbwerte der Instrumente besonders klar zur Geltung
bringt, gilt auch für diese Produktion.


"Hebdomadaire" von Michael Denhoff (* 1955)
SFB Berlin / Col legno (1999) WWE 2 CD 20011

Fono Forum 10/99

 Am Klavier schätzt Michael Denhoff die altbekannten, nur scheinbar widersprüchlichen Tugenden: das breite Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten und die gleichzeitige Beschränkung aufs Wesentliche, ohne "kulinarisches Blendwerk". Von dieser Maxime wird " Hebdomadaire" (1990) getragen, ein großdimensionierter Zyklus aus 52 wöchentlichen Miniaturen, eingeteilt in vier Hefte zu je 13 Stücken, dramaturgisch und strukturell vielfach untereinander verbunden. ...Im rhythmisch orientierten 3.Heft werden die Klangstrukturen durch die dezente Integration von Schlaginstrumenten erweitert. ...Birgitta Wollenweber hält sich sensibel an die kompositorische Fraktur. Somit ist Transparenz angesagt, kein Klangnebel.

NZ 1/2000

 ... Denhoff geht es primär um die Darstellung von musikalischer Rede im Sinne Beethovens. In der Konzentration auf das Klavier sieht er eine Möglichkeit, frei vom kulinarischen Blendwerk eines größeren Instrumentalapparates" zu arbeiten und
so zum Wesentlichen vorzustoßen, der Idee. Hebdomadaire spiegelt auf diesem Hintergrund seine intensive Auseinandersetzung mit der Musikgeschichte ...Birgitta Wollenwebers plastisches Spiel hat diese Zusammenschau, die Bernd Alois Zimmermann als die "Kugelgestalt der Zeit" bezeichnet hätte, von Beginn an im Visier.

Klassik heute 5/2000

 Wo manche das Klavier schon für tot erklärt haben, gehört sicherlich Mut zu einer solchen Kompositionsweise; anderseits aber wirkt nach dem Ende fundamentalistischer Musikbetrachtung dieser Art des Musizierens irgendwie wieder völlig natürlich. Daran hat die sehr feinfühlige und klangschöne Brigitta Wollenweber ihren erheblichen Anteil. Ihre Technik ist souverän genug, um sich ganz den inneren Klangwelten dieser oft aphoristischen Stücke zu öffnen und einen dramaturgischen Bogen durchzuhalten.

Bonner Generalanzeiger, 5.8.1999

 ...Tatsächlich bietet das geradezu riesenhafte "Wochenbuch" mit seinen mehr als
zwei Stunden Musik eine dramaturgisch und thematisch eng verwobene Abfolge von Stücken, eine Essenz, die den Formwillen des Komponisten geradezu in jeder Passa-
ge widerzuspiegeln scheint. Mit der Pianistin B.W. hat der Komponist eine ideale Interpretin für seine "52 Stücke vom Jahr" gefunden.. B.W. beweist, daß sie eine Pianis-
tin ist, die sich auf die Musik einzulassen vermag. Das dokumentiert nicht zuletzt ihre Aussage, welche immense technisch-pianistische Herausforderungen es in den 4 Heften des Hebdomadaire" zu bewältigen gilt, ihre Interpretation lebt von der um-
fassenden Auseinandersetzung mit der Musik auf formaler, dramaturgischer und technischer Ebene, zu der außerdem eine gelungene, sehr direkte digitale Aufnahme beiträgt.

Köln-Bonner Musikkalender 12 / 99

 ....Erstaunlich ist die Vielfalt der Ausdruckscharaktere, die jedes der 52 Stücke auszeichnen, wobei dennoch der persönliche Stil Denhoffs unverkennbar bleibt für jeden, der sich in seine Musik etwas eingehört hat. Und wer sie noch nicht kennt, für
den bietet gerade "Hebdomadaire" eine gute Chance, mit der Musik eines Komponis-
ten vertraut zu werden, der sich in einer stetigen und konsequenten Entwicklung zu einem der namhaften Exponenten der jüngeren deutschen Komponistengeneration emporgearbeitet und sich seinen Weg gesucht hat ,ohne auf gewisse Modeströmun-
gen Rücksicht zu nehmen. ...Zudem steht die vorliegende Interpretation des Zyklus
durch B.W. auf denkbar höchstem Niveau: Man spürt überall die Erfahrung mit der
Musik Denhoffs, die unter ihren Händen so klar und natürlich klingt, als spiele sie
Mozart, und sie entlockt dem Flügel (wie auch den zusätzlichen Klangerzeugern in
Heft 3) ein fein differenziertes Klangpanorama ( die Techniker beim SFB haben
hier Vorzügliches geleistet), wie man es gerade bei Aufnahmen neuer Musik nur
allzu häufig vermissen muß. Schließlich ist auch die Aufmachung dieser
Doppel-CD sehr gelungen und geschmackvoll...


Klaviermusik von Julius Weismann (1879-1950)
Dabringhaus & Grimm 1999 (MDG 605 0877-2 Vertrieb: Naxos)

Rheinische Post, 19.1.00/ Fermate 2/00

 Diese CD ist ein Spitzenprodukt,... entstanden mit Hilfe des Duisburger Julius-Weismann-Archivs. ..Den guten Eindruck von der Klaviermusik des Komponis-
ten gewinnt man vor allem durch das einfühlsame und technisch unbestechliche
Spiel der 1963 geborenen Pianistin Birgitta Wollenweber. Und bei der Aufnahmetech-
nik übertrifft sich die Detmolder "Musikproduktion Dabringhaus und Grimm" selbst: Selten gibt es eine CD mit einem so natürlich strahlenden Klavierklang ohne falsche Brillanz. Lesenswert auch der ausführliche Beihefttext des Duisburger Musikreferenten Gerd Rataj über Leben und Werk Weismanns. Eindeutige Kaufempfehlung.

Piano News 9-10/99

 Eine wahrliche Entdeckung: zum einen die Musik Weismanns , die zwischen Spätromantik und Impressionismus herrliche Früchte aufzeigt, zum anderen die in
allen Nuancen zwischen hartem Zugriff und lieblicher Anschlagskultur spielenden Birgitta Wollenweber - äußerst empfehlenswert.

Fono Forum 9/99

 .Hochinteressantes gibt es zu entdecken, zumal die souveräne Birgitta Wollenweber diesen Kosmos sehr feinnervig und prägnant durchmisst. Sie versteht sich auf die
Kunst der kleinen 

Crescendo 10-11/99

 .und allein der virtuose, ungemein dichte Klaviersatz etwa der Etüden op. 109 ist faszinierend. Erfreulicherweise meistert Birgitta Wollenweber auch die größten Schwierigkeiten stets souverän.

Klassik heute 12/99

Dies vorweg: Tonmeister Friedrich Wilhelm Rödding hat den Flügel in einer Räumlichkeit eingefangen, die fast schon sinfonisch zu nennen ist.
Eine derartig farbenreiche und zugleich in Ihrer Klangcharakteristik lupenrein natür-
liche Klavier-CD habe ich noch nie gehört. ... Die ausgewählten Stücke sind ...
bestens geeignet, die Entwicklung dieses fantasiereichen Meisters in vielen Facetten kennenzulernen. Die Interpretationen von Birgitta Wollenweber sind souverän und geschmackvoll, wenn auch ihr äußerst kraftvoller Anschlag stets knapp an der Grenze
zu bleierner Schwere bleibt, die sie jedoch nie überschreitet.

BBC Music Magazine 11/99

 ...the larger-scale Traumspiele inspired by mountain scenery is impressive, and the
two extracts from his late 24 Preludes and Fugues suggest the whole Fugenbaum (Fugue-Tree) would be worth hearing.

pizzicato 11/99, Frankreich (Übersetzung)

 ... MDG bietet uns ein sehr bedeutendes Dokument, das die Entwicklung des Komponisten aufzeigt, als Beispiel hier seine Klaviermusik. ...Die Pianistin Birgitta Wollenweber schenkt uns mit dieser Platte ein wunderbares Moment der romanti-
schen Musik. Es erzeugt eine wohltuende, sehr warme Atmosphäre.

Répertoire 2/2000, Frankreich (Übersetzung)

 ... B.W, hat ein weiches und lebendiges Spiel bewiesen, natürlich entspannt in der Wiedergabe dieser Sprache. Sie schafft eine wunderbare Charakterisierung von je-
dem Stück. Gleichzeitig beweist sie einen großes Gespür für die Konstruktion der kleinen Form. In dieser Abfolge von bodenständigen Motiven unterstreicht sie die Eleganz und die Konzentration der Komposition als auch die Großzügigkeit der melodischen Linien, dabei den Genuß der Originalität der Werke von Weismann,
die so klar in der Tradition der deutschen Romantik des 19. Jahrhunderts verankert
sind, zulassend.


Klaviersonaten von Georg von Albrecht (1891-1976)
Real Sound (Italien) 2000, Vertrieb Deutschland: Musikwelt Tonträger Münster

Fono Forum, Dezember 2000

 .... heute unbekannte Größen, die, zumindest was ihre Klaviermusik betrifft, Reso-
nanz verdient hätten. Von Albrecht, der u.a. bei Tanejew und Glasunow studierte,
nähert sich der Klaviersonate aus konstruktiver Sicht ...., wobei er Emotionalität keineswegs vernachlässigt. Die zweite Sonate etwa verarbeitet die Schrecken des Krieges auf sublime Weise. Manchmal fühlt man sich auch an die Intensität
Scriabins erinnert. Albrecht war ein Bekenntnismusiker. Birgitta Wollenweber ist
eine Interpretin, die auch Komplexes nicht überfrachtet, die zwischen Verstand
und Gefühl die Balance findet und zur  beredten Anwältin dieses interessanten Komponisten wird.


Salomon Jadassohn (1831-1902)
Klaviertrio op.85, Klavierquartett op.77, Klavierquintett op.126
Mathias Wollong, Jörg Fassmann, Violinen, Hartmut Rohde, Viola
Michael Sanderling, Violoncello, Birgitta Wollenweber, Klavier
RS 051-0036

MUSICA 12 / 02 , Milano (Übers.)

Sehr gediegen, sicherlich ein wenig lehrmeisterlich, aber alles andere als langweilig oder grob, ist die Kammermusik von Salomon Jadassohn , von der uns Real Sound
mit dieser neuen CD, aufgenommen im Gustav Mahler - Saal in Toblach im Dezember 2001, eine interessante Kostprobe anbietet.
Geboren in Breslau in eine wohlsituierte Familie, verließ Jadassohn mit 17 Jahren
seine Stadt, um am Konservatorium in Leipzig seine Studien fortzusetzen.
1849-51 war er Schüler von Liszt in Weimar und nach seinem Diplom wurde er Dirigent des Chores der Synagoge in Leipzig.......
In sehr kurzer Zeit hat er sich hervorgetan als Theorie-, Kompositions-, Instrumentations- und Klavierlehrer. Er brachte ein sehr bekanntes Werk der Theorielehre heraus, das mehrmalige Neuauflagen erfuhr und in verschiedenen Übersetzungen gedruckt wurde.
Erwähnenswert sind insbesondere seine Kammermusikwerke und Werke für Klavier solo, aber er komponierte auch 4 Sinfonien, 2 Konzerte für Klavier und Orchester und eine Reihe geistlicher Werke.
Die 3 Stücke, die hier präsentiert werden - alle in 4 Sätzen angelegt und alle von gleichem inhaltlichem Wert, gehören bereits zur kreativen Phase seiner Reifezeit.
Quartett und Trio - veröffentlicht 1884 bzw. 1887, sind deutlich geprägt vom Einfluß Mendelssohns (ohne Umschweife erkennbar im Scherzo von op.77), der natürlich
in Leipzig als besondere Persönlichkeit galt. Das Werk mit der reichsten Substanz
auf dieser CD, auch wenn die beiden anderen ihm dicht folgen, ist wohl das Quintett, das - abgesehen von seiner mit 24 Minuten nicht ausladenden Länge - von großem Atem und Ausgeglichenheit zeugt, energisch und dramatisch im 1.Satz, nobel lyrisch
im 2.Satz, stürmisch und leidenschaftlich im Finale.
Einfach ohne Tadel ist die fließende Lesart, die uns von den 5 ausgezeichneten, hervorragend vorbereiteten Instrumentalisten offeriert wird, angeführt vom Einfluß
und der Klasse der Pianistin Birgitta Wollenweber, einer Künstlerin, die sehr aktiv
ist in der Verbreitung von wenig bekannten Werken:
Wir finden es richtig, an dieser Stelle wenigstens ihre Diskographie zu erwähnen,
die - was die Klaviermusik betrifft- Julius Weismann (MDG), Carl Loewe (Ambitus)
und Georg von Albrecht (Real Sound) gewidmet ist.

FONO FORUM 7/03 und Auszug in den Kieler Nachrichten 29.4.03

Satte Töne : Dem 1831 in Breslau geborenen Komponisten Salomon Jadassohn
hat einst guter Ruf als handwerklich erstklassiger Tonsetzer, als pianistisch hoch begabter Liszt- und Moscheles-Schüler sowie als bedeutender Pädagoge und Leh-
rer von Größen wie Busoni, Delius, Grieg, von Reznicek oder Weingartner nicht viel genützt. Vielleicht stand der 1902 gestorbene Professor an der berühmten Leipziger Musikhochschule doch zu sehr im Schatten von Carl Reinecke. Ganz sicher hat den jüdischen Komponisten (1831-1902) der schwelende Antisemitismus an den Rand
des Vergessens gedrängt. Ein Verlust: Jadassohns hier zusammengeführte Werke
des späten 19. Jahrhunderts prägen in ihrer kraftvollen Rhetorik, formalen Solidität
und reich schattierten Moll-Harmonie allemal einen eigenständigen Ton aus. Wer
mag, kann innerhalb der unbegrenzt wuchernden Melodieseligkeit schlesische
oder jüdische Anklänge nachempfinden. Ansonsten begegnet ein interessanter Mix
aus Mendelssohn- Tradition und Wagner-Verehrung.

Es ist jedenfalls eine Lust, sich nun hörend in diese unbeirrt hochromantische Kammermusik fallen lassen zu dürfen, zumal die exquisiten Instrumentalisten das einzig Richtige mit ihr tun: Sie greifen in die Vollen. Straffe Tempi und satte Töne tragen mühelos über die meisten Salon-Sentimentalitäten hinweg, die Feinabstimmung in
der Artikulation belebt Jadassohns Liebe zum Kontrapunkt. Vielleicht das c-Moll-Trio, ganz bestimmt aber das g-Moll-Quintett sollte über das vorliegende starke Plädoyer hinaus im Umfeld von Schumann und Brahms stärker ins Bewusstsein rücken.

Interpretation

*****

Klang

*****